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Was ist Typhus?

Typhus ist eine ernsthafte Infektionskrankheit, die vor allem in Regionen mit eingeschränktem Zugang zu sauberem Trinkwasser und angemessenen sanitären Einrichtungen vorkommt. Weltweit erkranken jedes Jahr bis zu 9 Millionen Menschen daran.1


Die Erkrankung wird durch das Bakterium Salmonella Typhi (S. Typhi) verursacht. Typhus kann unbehandelt lebensbedrohlich sein, ist aber grundsätzlich vermeidbar und behandelbar.1


Typhus kann mit Antibiotika behandelt werden. In manchen Regionen wirken jedoch viele Antibiotika nicht mehr zuverlässig, da die dort vorherrschenden Bakterienstämme zunehmend resistent geworden sind. Deshalb gewinnt die Vorbeugung, insbesondere durch Impfung, an Bedeutung.1

9 Millionen Typhus-Erkrankungen [1]
~ 110 k Todesfälle PRO JAHR [1]

Wie verbreitet sich Typhus?

Typhus kommt ausschließlich beim Menschen vor und wird vorwiegend durch fäkal-orale Übertragung verbreitet. Das bedeutet, dass die Erreger über verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel in den Körper gelangen – zum Beispiel, wenn Wasser oder Speisen mit menschlichen Ausscheidungen kontaminiert wurden.2

Besonders hoch ist das Infektionsrisiko in Regionen mit eingeschränktem Zugang zu sauberem Trinkwasser und angemessenen sanitären Einrichtungen.1

Karte adaptiert nach CDC. https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/72/wr/mm7207a2.htm (abgerufen Januar 2026)

Typhus kommt vor allem in Südasien (Gebiet mit dem höchsten Risiko), Afrika, Lateinamerika sowie im östlichen Mittelmeer- und westlichen Pazifikraum vor.¹⁻³ Zu den beliebten Reisezielen mit erhöhtem Typhus-Risiko zählen beispielsweise Indien, Pakistan, Nepal und Bangladesch.² Reisende in diese Regionen haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Prüfen Sie Ihr Reiseziel: Auf der Reise- und Sicherheitsseite des Auswärtigen Amts können Sie sich über Ihr Reiseland informieren und unter der Rubrik „Gesundheit“ nachsehen, ob Ihr Reiseziel von Typhus betroffen ist: https://www.auswaertiges-amt.de/de/reiseundsicherheit/reise-und-sicherheitshinweise

Was sind die ersten Anzeichen und typischen Symptome?

Die Beschwerden treten in der Regel 6 bis 30 Tage nach der Ansteckung mit Typhus auf. Der Krankheitsbeginn ist meist schleichend, mit allmählich zunehmender Müdigkeit und täglich steigendem Fieber, das auf sehr hohe Temperaturen von bis zu 40 °C ansteigen kann.3

Mögliche Symptome sind unter anderem:1,3

  • Anhaltendes Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Trockener Husten
  • Andauernde Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue)
  • Übelkeit und Bauchschmerzen
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Hautausschlag (selten)

Die meisten Erkrankungen verlaufen mild. Bei manchen Menschen können jedoch Komplikationen wie eine schwere Schädigung des Darms und Entzündungen weiterer Organe bis hin zum Tod auftreten.4

Etwa 2–5 % der Betroffenen scheiden auch nach Abklingen der Symptome die S. Typhi-Bakterien weiterhin aus, mitunter lebenslang.2 Diese sogenannten Dauerausscheider können andere Menschen mit Typhus anstecken.1,2

Bin ich gefährdet?

Ob Backpacking in Südasien, eine Familienreise nach Indien, ein Freiwilligendienst in Afrika, ein All-inclusive-Urlaub oder eine Abenteuerreise – grundsätzlich kann sich jeder Mensch mit Typhus infizieren. In Ländern wie Deutschland ist das Risiko jedoch sehr gering, da Typhus hier nur selten vorkommt und praktisch nur als Reisekrankheit auftritt.4 Reisende in Regionen, in denen Typhus häufig vorkommt, sind besonders gefährdet – vor allem dort, wo angemessene sanitäre Einrichtungen nur eingeschränkt vorhanden sind. Auch kurze Reisen können ausreichen, um sich zu infizieren.1,3

Ein erhöhtes Typhus-Risiko besteht unter anderem für:

  • Reisende nach Südasien, Afrika sowie einigen Pazifikinseln2
  • Personen mit längeren Aufenthalten in diesen Regionen3
  • Kinder, da sie besonders anfällig sein können1

Wie Sie sich vor Typhus schützen

Typhus wird meist über verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel übertragen. In Regionen mit erhöhtem Risiko sollten daher bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.1,4

Leitungswasser und Eiswürfel aus Leitungswasser sollten möglichst gemieden werden. Auch rohe oder nicht ausreichend erhitzte Speisen können mit Typhus-Erregern belastet sein, zum Beispiel Salate, Meeresfrüchte, ungeschältes Obst, frisch gepresste Säfte oder Rohmilch. Als einfache Faustregel gilt: Schäle es, koche es oder vergiss es.1,4

Wichtige Schutzmaßnahmen sind:1,4

  • Gründliches Händewaschen, insbesondere nach dem Toilettengang 
  • Vermeidung roher oder unzureichend durcherhitzter Speisen
  • Verwendung von sicherem Trinkwasser (z. B. industriell abgefüllt oder aufbereitet) und Verzicht auf Eiswürfel aus unsicheren Wasserquellen
  • Impfung vor Reisen in Risikogebiete

Impfung gegen Typhus 

Bei Reisen in Regionen mit erhöhtem Typhus-Risiko, insbesondere in Teilen Südasiens (z. B. Pakistan, Indien, Nepal und Bangladesch), Afrikas sowie einigen Pazifikinseln, wird eine Impfung gegen Typhus empfohlen.2 Dies gilt vor allem bei Reisen unter einfachen Bedingungen, bei denen der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen eingeschränkt ist.2 Eine reisemedizinische Beratung hilft bei der individuellen Einschätzung.1,2

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Typhus-Impfung unter anderem für:2

  • Reisen in die folgenden Länder: Pakistan, Indien, Nepal, Afghanistan, Bangladesch
  • Reisen unter einfachen Reise-, Aufenthalts- oder Arbeitsbedingungen (z. B. Trekking oder Hilfseinsätze) in Typhus-Endemiegebiete mit niedrigen Hygienestandards in Asien, Afrika sowie Mittel- und Südamerika
  • Langzeitaufenthalte in Endemiegebieten, insbesondere unter einfachen Aufenthaltsbedingungen 

Zur Verfügung stehen zwei Impfoptionen:2

  • ein Totimpfstoff, der gespritzt (injiziert) wird, und
  • ein oraler Lebendimpfstoff in Kapselform

Wichtig: Der Impfschutz sollte rechtzeitig vor der Abreise aufgebaut werden. Da je nach Impfstoff ein unterschiedlicher zeitlicher Vorlauf erforderlich ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Impfplanung sowie eine ärztliche Beratung möglichst mindestens vier Wochen vor Abreise.2,5

Lassen Sie sich in Ihrer ärztlichen Praxis über eine Impfung sowie weitere Maßnahmen gegen Typhus beraten.

Referenzen

  1. World Health Organization (WHO). Typhoid. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/typhoid (letzter Aufruf: Januar 2026).
  2. Robert Koch Institut (RKI). Epidemologisches Bulletin 14/2025. https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2025/14_25.pdf?__blob=publicationFile (letzter Aufruf: Januar 2026).
  3. Hughes M et al. Typhoid & Paratyphoid fever. CDC Yellow Book 2024: Health Information for International Travel. Centers for Disease Control and Prevention (CDC). https://www.cdc.gov/yellow-book/hcp/travel-associated-infections-diseases/typhoid-and-paratyphoid-fever.html (letzter Aufruf: Januar 2026).
  4. Bundesministerium für Gesundheit. Typhus und Paratyphus. Typhoid. https://gesund.bund.de/typhus (letzter Aufruf: Januar 2026).
  5. Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Preventing Typhoid Fever and Paratyphoid Fever. https://www.cdc.gov/typhoid-fever/prevention/index.html (letzter Aufruf: Januar 2026).

Laien Informationsseite Typhus / DE-TYP-2600003